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So das fünfte Kapitel machen wir auch gleich noch. Kleine Vorwarnung: Im nächsten Kapitel gibt es eine Person weniger !!!

5
Kim wollte zu Katlin ins Krankenhaus. „HALT!“, Bennie stellte sich Kim in den Weg und hielt die Haustür zu. „Du sagst mir jetzt auf der Stelle, was los ist!  Du siehst ja furchtbar aus!“, Kim ließ die Jacke sinken. Mühsam versuchte sie, ganz normal auszusehen, und erwiderte den Blick ihres Bruders. Bennie starrte Kim forschend ins Gesicht. „Los. Sag schon. Piesacken sie dich?!“, fragte Bennie leise und ging einen Schritt auf sie zu.
Als Kim dieses Wort hörte brach sie in Tränen aus. Die Scham schnürte ihr den Brustkorb zu. Sie konnte nur noch nicken und hob die Jacke vors Gesicht. Sie wollte sich verstecken. Keiner sollte, oder durfte sie so sehen. So hilflos, so schutzlos, so schwach!
Sie spürte wie Bennie sie umarmte. Das tat Kim gut. „Wer ist es?“, fragte Bennie nur. Kim zuckte mit den Schultern. „Aha. Du willst sie auch noch schützen. Es sind doch eh Amber, Amy und Nicole!“, Kim nickte und vergrub das  Gesicht in Bennie’s Brust. Es war ihr egal woher er das wusste. „Hält noch jemand zu dir? Weiß ein Lehrer davon? Weiß überhaupt jemand davon?“.
Das waren einfach zu viele Fragen für Kim. Also schüttelte sie einfach nur noch den Kopf und  klammerte sich verzweifelt an Bennie. Bennie nahm ihr sanft die Jacke weg und strich ihr über den Kopf:„Mann muss die drei stoppen. Du musst mit jemanden darüber reden!“
Kim verkrampfte sich:„Katlin weiß davon, aber die liegt im Krankenhaus und kann mir nicht helfen.“ Bennie schaute ihr immer noch in die Augen. „Keiner kann mir helfen! AUCH DU NICHT!“, und mit diesen Worten schob Kim Bennie zur  Seite und lief davon.
„KIM! Das hat nichts mit dir zu tun. NICHTS!“, rief Bennie ihr nach.
Kim kam im Krankenhaus an. „Hallo!“, begrüßte Katlin sie glücklich. „Und, wie geht es dir?“, fragte Kim. „Schon besser. Morgen bekomm ich die Fäden gezogen!“ –„Super!“. Die beiden redeten  und lachten viel.
Nach einer Stunde ging sie. Als sie an einem Arzt vorbei kam, der mit einem  Polizisten und einem Mann redete, blieb sie wie versteinert stehen.
„Wie geht es dem Jungen?“, fragte der Mann aufgeregt. „Er wird gerade Not operiert. Herr Pol, ich brauche noch Name des Jungen und Telefonnummer!“, der Arzt wendete sich an den Polizisten. „Der Junge ist 16 und heißt Bennie Münchner…Telefonnu…“ –„BENNIE?!“, schrie Kim. „Was ist mit ihm?“ –„Kennst du ihn?“, fragte der Polizist. „Das ist mein Bruder!“, meinte Kim und ihr Herz rast noch schneller, wie wenn Amber sie verprügelte. „Es tut mir Leid, aber dein Bruder wurde angefahren und hat eine Lebensgefährliche Kopfverletzung.“, erklärte der Arzt. Tränen schossen ihr in die Augen. „Wo ist er?“, fragte sie. „Du kannst im Moment nicht zu ihm. Aber du kannst an der Info warten.“, der Polizist gab dem Arzt die Telefonnummer von Kim. Kim saß an der Info. Ihr Kopf war voller Gedanken.
Bennie, auf der Intensiv, Lebensgefährliche Kopfverletzung?! Sie hatte noch gehört wie der Arzt meinte, es würde sehr schlecht um ihn stehen, bevor die Fahrstuhltür zu glitt. Ihr war schlecht. Das durfte doch nicht war sein.
Plötzlich sah sie ihre Eltern durch die Tür kommen. „Kim!“ –„Mama…“, sie rannte in die Arme ihrer Mutter und fing an zu weinen. „Ganz ruhig.“, meinte ihre Mutter und strich ihr über den Kopf. Nach einer Stunde kam ein Arzt zu ihnen.
„Familie Münchner?“, fragte der Arzt. „Ja?“, fragte Siemone. „Wir konnten ihren Sohn retten, doch er ist ins Koma gefallen.“ –„Können wir zu ihm?“, fragte Jörg. „3. Stock Zimmer 285.“, Kim rannte los. „Kim!“, rief Siemone. „Lass sie.“, meinte ihr Vater.
Kim öffnete die Tür. Ein Piepen und Surren war zu hören. Bennie war an viele Geräte angeschlossen. Ein kaltes Licht schien von der Decke. Bennie war Kreideweiß und seine Lippen bläulich. Sie erkannte ihn fast nicht wieder, wie er so da lag, angeschlossen an tickenden und surrenden Geräte, die ihm am Leben hielten.
Nun kamen auch ihre Eltern. Kim saß neben Bennie auf einem Stuhl. Stumme Tränen liefen ihr das Gesicht runter. Das war 100-mal schlimmer, wie das was Amber mit ihr machte. „Lass uns gehen.“, meinte Siemone. „Nein. Ich will hier bleibe.“, meinte Kim. „Das bin ich ihm schuldig.“ –„Nein. Komm du musst morgen in die Schule.“, meinte Jörg. „Ich geh nicht in die Schule!“, Siemone und Jörg schauten sich ratlos an. „Komm mit, du musst morgen nicht in die Schule. Wir fahren morgen früh direkt hier hin.“, bot Siemone an. „Aber, was wenn er heute Nacht stirbt?“ –„Er wird nicht sterben.“, meinte Jörg. Die drei fuhren nach Hause und Kim heulte in ihr Kissen. Sie machte die Nacht kein Auge zu und weinte nur noch. Doch um drei Uhr siegte die Müdigkeit, dann doch über die Angst.
Kim träumte furchtbar.
Sie rannte eine Straße entlang. Vor ihr lief Bennie. Sie wollte ihn packen, doch plötzlich schleifte sie jemand zurück. Jemand schlug ihr ins Gesicht. Brennender Schmerz durchfuhr sie und Amber lachte. Doch Kim hatte nur Augen für Bennie, der gerade über eine Kreuzung lief. „Bennie!“, schrie sie. Wumm wieder ein Schlag ins Gesicht. Plötzlich hörte man Autoreifen quietschen und einen Schrei. „BENNIE!“, ihr Bruder flog gegen die Windschutzscheibe und knallte auf die Straße. Nun schlugen alle auf sie ein. Doch das war ihr egal. Bennie lag da vorne
das Auto samt Fahrer war weg. „BENNIE!“, schrie sie wieder, denn unter Bennie bildete sich eine große Blutpfütze. Bennie war am verbluten! „Lasst mich!“, Kim riss sich los und rannte zu ihm. Doch Bennie war schon tot.
Kim schreckte aus dem Schlaf und schaute auf die Uhr. Halb acht. Sie lief nach unten in die Küche. „Morgen.“, sagte ihre Mutter, die wohl genau so “gut“ geschlafen hatte, wie Kim. „Wann fahren wir?“, wollte Kim wissen. „Wenn du was gegessen hast.“, meinte ihr Vater. Kim aß schnell ein Toast.
Sie setzten sich ins Auto und fuhren ins Krankenhaus. Bennie lag immer noch wie tot im Bett, angeschlossen an viele Geräte.
Irgendwann stand Kim auf:„Ich geh mal zu Katlin, die liegt ja auch hier.“ –„Okay…“, meinte ihre Mutter. Kim lief eine Etage höher.
„Hey, was machst du denn hier? Haben wir Schulfr…Wie siehst du denn aus?“, fragte Katlin. „Bennie liegt im Koma…“, meinte Kim. Katlin schlug sich die Hand vor den Mund. „Er wurde angefahren.“, wieder schossen Kim Tränen in die Augen. „Oh Gott…Kim…“, sagte Katlin und legte den Arm um sie. „Er wird wieder gesund. Das verspreche ich dir.“ –„So was soll man nicht versprechen.“, meinte Kim und Tränen liefen über ihr Gesicht. „Dann eben nicht…“
Nach einer viertel Stunde ging Kim zurück. Bennie regte sich an diesem Tag nicht ein Mal. Am Abend fuhr Kim wieder nach Hause und packte 10 Euro ein.
„Jörg ich mach mir Sorgen um Kim! Irgendwas stimmt nicht mit ihr.“ –„Sie hat wahrscheinlich nur Angst um Bennie.“, meinte Kims Vater. „Na ja. Wahrscheinlich hast du Recht.“, sagte Siemone.
31.12.06 15:40
 


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